Der Hospizgedanke

Hospizarbeit bedeutet zugewandtes und achtungsvolles Begleiten von Menschen in der letzten Phase ihres Lebens.

Sie betrachtet das Sterben als einen Teil des Lebens, der weder verkürzt, noch künstlich verlängert werden darf.
Diese lebensbejahende Grundhaltung schließt eine aktive Sterbehilfe aus.

Ziel ist es, ein würdevolles und weitgehend schmerzfreies Leben bis zuletzt zu ermöglichen.

Wir möchten zur Endtabuisierung des Todes beitragen und einen bewussten Umgang mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer erreichen.

Der Jakobus-Hospizverein ist politisch und religiös neutral. Wir versuchen, da zu sein für jeden, der Hilfe braucht, und achten die Weltanschauung jedes Ratsuchenden.

Wir treten ein für:

  • ein erfülltes Leben bis zuletzt, nach Möglichkeit zu Hause oder in vertrauter Umgebung
  • eine wirksame Schmerztherapie
  • die Bedürfnisse des Patienten
  • ein Sterben in Würde
  • einen angstfreien Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden
  • die Verbreitung der Hospizidee
  • die Errichtung eines stationären Hospizes in Rosenheim (8-10 Betten)

Geschichtliche Entwicklung des Hospizgedankens

Die Hospizidee der Neuzeit entstand ab 1950 in England durch die Ärztin Cecily Saunders und breitete sich von dort aus. Die moderne Hospizbewegung unserer Zeit hat auch entscheidend die Schmerzlinderung und Schmerzbehandlung entwickelt.

Daraus hat sich die so genannte Palliativmedizin entwickelt, die die Symptome unheilbarer Erkrankungen behandelt, dabei vor allem Angst, Unruhe und Schmerzen.

 

Menschenwürdige Sterbebegleitung:

  • Sterben in vertrauter Umgebung, möglichst zu Hause
  • Sterben ohne Schmerzen
  • Sterben ohne Angst
  • Sterben in Anwesenheit vertrauter Personen und nicht in Einsamkeit und Anonymität
  • Ausreichende Zuwendung und ausreichende Zeit
  • Keine künstlich lebensverlängernden Maßnahmen
  • Keine aktive Sterbehilfe und keine Tötung auf Verlangen
  • Respekt vor den persönlichen Vorstellungen und Notwendigkeiten jedes einzelnen sterbenden Menschen
  • Patientenverfügung und deren strikte Befolgung
  • Unterstützung und Entlastung der Angehörigen
  • Begleitung der Hinterbliebenen und Trauerarbeit

 

Sterbegleitung bedeutet gute palliativmedizinische und pflegerische Versorgung, vor allem aber menschliche und respektvolle Zuwendung für den Sterbenden mit dem Ziel, ihm einen würdevollen Tod, gemäß seinen Vorstellungen, zu ermöglichen. Die vorrangigen Wünsche eines jeden Menschen sind dabei, nicht alleine gelassen zu werden, sondern sich geborgen zu fühlen, frei zu sein von Schmerzen, unerledigte Dinge zu regeln und in Ruhe Abschied nehmen zu können. Eine würdevolle Sterbebegleitung bedeutet, den Tod zuzulassen, wenn die Zeit dafür gekommen ist und den Sterbenden mit den Dingen zu versorgen, die er braucht: z. B. Schmerzmittel, Zuwendung, Berührung, Beruhigung, Erfüllung persönlicher Wünsche.

Fehl am Platz sind belastende oder unsinnige lebensverlängernde Maßnahmen wie Reanimation, notfallmäßige Verlegung auf eine Intensivstation, Beatmung, Magensonden, vor allem, wenn dies entgegen dem ausdrücklichen Wunsch des Betroffenen geschieht (z. B. in einer Patientenverfügung festgelegt).

 

Die Hospizbewegung und die deutsche Ärzteschaft lehnen die Tötung auf Verlangen ganz entschieden ab.

 

Der Jakobus Hospizverein e.V.

Der Jakobus Hospizverein für Stadt und Land Rosenheim besteht seit 1993. 40 ehrenamtliche Hospizhelferinnen und –helfer stehen im Landkreis bei Bedarf für Sterbegleitung zur Verfügung und werden dafür entsprechend ausgebildet, fortgebildet und erhalten auch Supervision. Es geht dabei nicht um Pflegemaßnahmen, sondern um die achtungsvolle, menschliche Zuwendung und Begleitung des Schwerkranken und Sterbenden, gemeinsam und ergänzend in Absprache mit behandelndem Arzt, Pflegedienst, Geistlichen und Angehörigen. Das Ziel ist immer die aufmerksame Begleitung und ein friedvoller Tod, ohne künstliche Verzögerung oder bewusste Abkürzung. Dies ist für alle eine Hilfe und Erleichterung und gibt ein Gefühl von Sinnerfüllung und Friede in der Stunde des Todes.

 

Die Frage der Menschenwürde und des würdigen Todes ist eines der ungelösten Probleme vor allem dieses Jahrhunderts. Die Alterserwartung nimmt zu. Es ist notwendig, mit Aufmerksamkeit und Mut sich rechtzeitig, in gesunden Tagen, mit der unausweichlichen Tatsache des (eigenen) Todes zu befassen und aktiv mitgestaltend das eigene Lebensende zu regeln. Menschenwürdiges Sterben ist durch angstfreien und engagierten Umgang mit dem Thema Tod möglich. Aber auch das Leben selbst gewinnt dadurch an Tiefe und Wertschätzung.

Die Hospizbewegung und der Jakobus Hospizverein tragen durch Öffentlichkeitsarbeit und Sterbe-Begleitung dazu bei.

Durch Ihre Mitgliedschaft oder Ihre Spende unterstützen Sie diese unter Umständen auch für Sie selbst wichtige Arbeit.